Katharina die Große: Ein Bildnis im Kanzleramt!

Nach der verlorenen Wahl der SPD im Jahr 2005 und dem damit verbundenen Ende der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder, übernahm Angela Merkel das begehrte Büro ihres Vorgängers. Es war eine Randnotiz, die damals durch die Presse ging, die mich aber lange beschäftigen sollte:

Zu ihren ersten Tätigkeiten in ihrem neuen Büro galt die Aufhängung eines Bildes von Katharina II., die auch „die Große“ genannt wird, Zarin des russischen Reiches von 1762-1796. Ich stellte mir die Frage, warum ist der neuen Kanzlerin dieses private Bild derart wichtig, dass sie es sich in ihrem Büro platziert? Was verbindet die ehemalige Kaiserin, des aufgeklärten Absolutismus mit Angela Merkel, der Physikerin und Pfarrerstochter, die mit Hilfe von Helmut Kohl eine steile Karriere innerhalb der CDU machen konnte?

Die persönlichen Eigenschaften wie Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Scharfsinn mögen Parallelen sein, die beiden Frauen zu eigen sind, ebenso wie die Ausschaltung möglicher Konkurrenten, die Frau Merkel im Laufe ihrer eigenen Karriere weglobte oder auf Abstellgleise der Europäischen Union nach Brüssel schickte. Von Friedrich Merz über zum Bundespräsidenten durchgepaukten Christian Wulff bis zum ehemaligen Minister Röttgen, der nach seinem Scheitern bei den Landtagswahlen in NRW auch seinen Ministerposten quittieren musste. Die Liste ist lang und im Endeffekt nicht das Thema, was mich zu diesem Artikel führt.

Doch beim Vergleich der beiden Lebensläufe dieser machtbewußten Frauen stoße ich auf ein Manifest aus dem Jahre 1762, wo der kaiserliche Senat Russlands die Erlaubnis erhielt, Ausländern die Ansiedlung in Russland zu gestatten. Nachdem ihr Vorhaben zunächst nicht den gewünschten Erfolg nach sich zog, erstellte Katharina die Große ein weiteres Manifest am 22.07.1763, dass sich an deutsche Bauern richtete. Darin versprach sie zuwandernden Bauern die Ebenen beidseitig der Wolga, sowie Religionsfreiheit, Steuerfreiheit und Verfügungsrecht über ihr Land. Im deutschen Sprachschatz prägte sich das Nomen „Wolgadeutsche“ ein.

„Wir schaffen das!“ der inzwischen berühmte Satz Angela Merkels von 2015 erinnert mich sehr an ihr großes Vorbild, an das Manifest, das sich an deutsche Bauern richtete. Fühlte sich Merkel ihres großen Vorbildes hiermit sehr nahe? Wäre es nun auch ihr vergönnt, Menschen aus Armut eine Zukunft zu bieten?

Ja, es kamen Menschen, Menschen, die sich von Frau Merkel persönlich eingeladen fühlten, um ein besseres Leben in Europa zu beginnen. Menschen, in der Hoffnung auf Frieden, Bildung für die Kinder und Arbeit.

Wie oft musste eine befreundete Mitarbeiterin den Satz hören: „Frau Merkel hat mich eingeladen! Wo ist mein neues Haus und wo ist mein Auto. Ich will hier die Schlüssel abholen.“ Diese Sätze musste sich bestimmt nicht nur diese eine Freundin aus dem Job-Center anhören, sondern sicher viele andere auch. Falsche Hoffnungen, falsche Erwartungen von einem reichen Land, geschürt durch eine falsche Signalsetzung.

Es kommen auch keine Wolgadeutsche, wie bei Katharina II., es kommen Kriegsflüchtlinge, Wirtschaftsflüchtlinge, Sozialflüchtlinge. Es kommen Menschen aus einer anderen Welt, mit anderen Religionen, Moralvorstellungen, Wertevorstellungen und Rechtsvorstellungen. So bunt, wie die zuwandernden Menschen sich zusammensetzen, so chaotisch überrumpelten sie unsere europäischen Systeme innerhalb weniger Monate.

Es steht außer Frage, Menschen, die von Krieg, Terror und Verfolgung fliehen müssen haben ein Menschenrecht auf Asyl! Aber nur und ausschließlich diese! Die Umsetzung der Genfer Konvention muss nicht nur von Deutschland getragen werden, sondern von jedem anderen Land, der diese unterschrieben hat.

Doch Merkels Politik der „offenen Türen“ hatte eine Sogwirkung. Ihr Credo wurde neben denen, an die es gerichtet war auch viele andere für sich in Anspruch genommen, an die es nicht gerichtet war.

Nun geht es ihr wie ihrem großen Vorbild, die ihren eigenen russischen Untertanen verbot, sich über die heraufbeschworenen Zustände zu beschweren. Auch hier werden überschnell Menschen in eine rechte Ecke gestellt und mit einem Stigma versehen, die sich um dieses Land aus guten Gründen sorgen. Gilt es denn wirklich als rassistische Parole, wenn in einem Bericht eines Polizeibeamten steht, dass ein Flüchtling aus einem arabischen Land eine Straftat begangen hat? So verspielt unsere Regierung, unsere Politiker und Rechtssysteme das Vertrauen der Bevölkerung. Es geht um die Wahrheit, mit der kein Spiel zu spielen ist. Offenheit, gapaart mit der Wahrheit würde in diesen Zeiten jedem Politiker gut zu Gesicht stehen. Dabei überlassen sie Auswüchse wie der Pegida und der AfD ein Feld und geben diesen Geschwüren der Gesellschaft die Bühne für Fremdenfeindlichkeit, Überfremdung, Bedenken gegenüber Moslems, wobei nicht alle der berechtigten Flüchtlinge muslimischen Glaubens sind und viele auch nicht einem Hardcore-Muslim beipflichten. Es muss endlich in den Köpfen der Regierung und allen anderen Organen ankommen, dass die Bevölkerung längst nicht so unbedarft ist, dass man ihnen die Wahrheit vorenthält und sogar auch der Polizei einen Maulkorb verpasst, damit nur nicht der Verdacht aufkommt, eine rassistische Äußerung zu begehen.

Frau Merkel sollte auch aus den Fehlern ihres großen Vorbildes lernen, denn sie ist gerade dabei den Rückhalt in der Willkommenskultur lawinenhaft zu verlieren. Die Stimmung scheint nicht nur gekippt zu sein, die Stimmung ist gekippt!

Es ist jetzt die Stunde, dass dringendst auf eine politische Lösung dieses Konfliktes hinaus gearbeitet werden muss und zwar unter der Leitung der UNO. Es ist die Stunde, die Flüchtlinge vor Krieg, Terror und Verfolgung von Wirtschaftsflüchtlingen und Sozialflüchtlingen zu trennen und diese Trittbrett-Flüchtlinge bereits an der Grenze zu Europa abzuweisen. Es ist die Stunde, Menschen, die unter falschen Angaben einreisen, umgehend des Landes zu verweisen. Es ist die Stunde, den wirklichen Flüchtlingen sofort eine Arbeit zuzuweisen, und wenn es eine soziale Tätigkeit ist, wie die Bürgersteige sauber halten oder den Park herzurichten oder Bänke anstreichen, Sträucher schneiden (es gibt so viel, was auch den Flüchtlingen zuzumuten ist). Es ist die Stunde, die hier herrschenden Werte, Umgangsformen und abendländische Errungenschaften den Flüchtlingen zu unterbreiten, denn nur mit der Akzeptanz unserer Werte und unseres offenen Lebensstils können sie bleiben. Es ist aber auch die Stunde, dass es in unserer Gesellschaft nicht weiter geduldet werden kann, wenn Frauen sich komplett verhüllen. Das europäische Frauenbild der Zuwanderer muss von den islamischen Matchos akzeptiert und umgesetzt werden. Wenn sie sich daran nicht halten, gehören sie nicht in unser Land.

Die Willkommenskultur, der Vorschuss, den vor allem die deutsche Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen entgegengebracht hat, fordert nun von den zugewanderten Menschen, dass sie sich im Rahmen unserer bestehenden Werte in das hier bestehende christlich-bestimmte Land eingliedern.

Und Frau Merkel muß über Katharina hinaus denken, denn wir leben in einer Demokratie und nicht in einem augeklärtem Absolutismus. Sie sollte nicht denken, dass knapp elf Jahre ihrer Kanzlerschaft sie zu einer absoluten Kanzlerin macht, wenn sie auch ihre Konkurrenten in früheren Zeiten gern und erfolgreich aus ihrem Wege politisiert hat. Vielleicht sollte sie sich als Bettlektüre nochmals die politiktheoretischen Werte von Montesquieu über Voltaire bis nach Diderot wählen, wie es Katharina die Große gerne tat.

Frau Merkel, die endlich die Befürchtungen der Bevölkerung wahrnehmen sollte und nah an der Bevölkerung ein hausgemachtes Problem nach dem anderen lösen sollte. Als Physikerin sollte ihr ein logisches Denken nicht abhanden gekommen sein.

Die Zeit drängt!

 

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