NACHT IN ROM!

Es war schon recht spät geworden an diesem wunderbaren Spätfrühlingstag, als ich den Kapitolsplatz der ewigen Stadt erreicht hatte, zu der, wie man sagt, alle Wege, führen und die ncht einem Tag erbaut wurde.

Bedächtig stieg ich die Stufen der breiten Freitreppe empor, die von den Dioskuren Castor und Pollux flankiert wird. Auf der Höhe des Platzes angekommen, lehnte ich mich gegen die Brüstung und schaute hinunter auf die prachtvolle Stadt. Sie hatte sich schön gemacht, schön wie eine Frau, die sich für ein Rendevouz vorbereitet.

Nur ein paar Straßenzüge entfernt sammelte sich zu dieser Stunde ein Heer von gläubigen Christen auf dem Petersplatz. Doch hier war es still. Dieses Stück Rom gehörte an diesem Abend den Römern, die selbst Pasqueto ein wenig unsentimetal begehen.

Viele fahren ans Meer nach Ostia, manche in die nahen Albaner Berge. Für alle ist es jedoch ein Fest, an dem man sich mit der Familie oder Freunden trifft. Ostern überlassen sie ihre Stadt bereitwillig den Touristen aus allen Herren Länder, angereist anlässlich ds päpstlichen Segens, „Urbi et Orbi“!

Plötzlich schrak ich auf!

Ein heftiges Knallen und lautes Zischen und hochtönendes Pfeifen durchbrach die Stille der Nacht, Glockengeläut aus allen Richtungen drang an meine Ohren. Ich schaute auf die Uhr.

Es war Mitternacht geworden.

In den Himmel Roms stürmten Leuchtraketen. Salven in bunt schillernden Farben ergossen sich über die Stadt. Während es am Himmel blinkte und blitzte, rasten unten auf der Straße junge Leute in ihren Autos vorbei. Sie hupten und winkten, jubelten einander zu, schwangen Fahnen und Tücher in den Landesfarben. In fröhlicher Ausgelassenheit stürmten manche die Kapitolstreppe hinauf, lachend, scherzend. Sektkorken knallten in die Luft und der Spumante schäumte über wie das südliche Temperament der Feiernden.

Es wurde gefeiert in Rom. Urplötzlich um Punkt zwölf in der Osternacht!

Es war die Stunde der Römer, und jetzt und hier war es wieder ihre Stadt und ihre freudige Nacht.

Und dies war jetzt ihr Gruss, den sie jedem Fremden entgegenschickten. „!“URBI ET ORBI!“ – „DER STADT UND DEM WELTKREIS!“

 

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